Wie kriege ich Kunden übers Web?

Wie kriege ich Kunden übers Web?

E-Commerce-Anbieter müssen ihr Angebot ständig auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. Doch die dafür notwendige Daten-Grundlage wird immer dünner: Google verringert die Keyword-Reports in den Webmaster Tools und Traffic-Analysen stoßen aufgrund neuer Surfgewohnheiten an ihre Grenzen: Potentielle Kunden landen immer häufiger durch empfohlene Direktlinks – beispielweise aus Messengern oder E-Mails – auf Produktdetailseiten, was die idealtypische Customer Journey bislang nicht vorsieht. Da diese Links jedoch technisch nicht zurückverfolgt werden können, geben Webanalyse-Tools lediglich eine Besucher-Dunkelziffer an. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, den so genannten ,Dark Social Traffic‘ mitsamt seiner Nutzer zu erfassen.

Mathieu Llorens, Generaldirektor des Webanalyse-Anbieters AT Internet, zeigt in diesem Beitrag, wie Sie die Website-Besucher dennoch besser kennenlernen und Ihr Angebot gezielter auf sie abstimmen können.

Wieso Googles SEO-Analyse immer öfter hinkt

Für E-Commerce-Anbieter wird es immer komplizierter, das Web-Angebot an den Kundenwünschen auszurichten. Denn der Erfolg klassischer SEO-Maßnahmen nimmt ab. Das ist zum einen Googles regelmäßigen Algorithmus-Änderungen geschuldet – zuletzt brachte das am 21. April ausgerollte Mobile First-Update Neuerungen beim Ranking mit sich. Zum anderen liegt es an den beschränkten Daten, die Googles Webmaster Tools inzwischen bieten. „Not provided“ lautet immer öfter der wenig ergiebige Hinweis, den Sie in den Keyword-Tabellen zu lesen bekommen. Mittlerweile hat Google zwar eine neue Suchanalyse mit mehr Daten- und Vergleichsanalysen angekündigt, doch was genau ausgegeben wird, ist noch ungewiss.

Eines ist jedoch klar: Mittlerweile spielt der semantische Zusammenhang der Suchbegriffe eine wichtige Rolle für den Erfolg Ihrer SEO-Maßnahmen. Google bezieht beim Indizieren inhaltliche und örtliche Verbindungen zu anderen Suchanfragen ein. Content Marketing löst deshalb allmählich klassische SEO-Aktivitäten wie Onsite-Optimierung und Link-Building ab. Hierfür müssen Sie planvoll wertvolle Inhalte im Internet verteilen. Der Wert bemisst sich an der Relevanz für die Suchenden. Wie diese von Google gemessen wird, wird von SEO-Experten intensiv diskutiert. Man vermutet, dass entscheidend ist, wie häufig auf die Inhalte verwiesen wird und wie oft und wo sie aufgegriffen werden. Dafür müssen Sie wissen, woher Ihre Website-Besucher kommen und auf welche Themen oder Produkte sie reagieren. Schade, wenn ein neues Surfverhalten Ihnen genau diese Informationen vorenthält. Doch es gibt Möglichkeiten, die für die jeweilige Zielgruppe relevanten Inhalte zu finden, um diese gezielt einsetzen zu können.

Warum sich Ihr ,sozialer Traffic‘ verdunkelt

Immer mehr Themenhinweise oder Kaufempfehlungen werden über Chat-Apps und soziale Netzwerke geteilt. Nutzer klicken einfach auf den Link, den ihnen Freunde empfehlen und landen direkt auf der Seite des entsprechenden Online-Shops oder Blogs. Für die Website-Betreiber wird dies zur Herausforderung: Wird zum Beispiel ein Link per Skype oder WhatsApp verschickt und direkt vom Empfänger angeklickt, können Sie seinen Ursprung per Webanalyse nicht identifizieren. Das liegt am geschützten HTTPS-Übertragungsprotokoll der Messenger. Wird der Link im Browser geöffnet, findet ein Wechsel ins HTTP-Protokoll statt, die für eine Analyse erforderlichen Daten (Referrer) gehen verloren. Ebenso verhält es sich mit Links, die unter den Browser-Favoriten gespeichert und dort aufgerufen werden. Auch ihr Ursprung lässt sich nicht ermitteln. Bei manchen Anbietern ergibt sich mittlerweile zwischen 60 und 70 Prozent des Traffics aus solchen Direkteinstiegen. Dafür sind viele der auf diesem Weg erreichten Produktdetailseiten jedoch nicht ausgelegt. Oftmals werden den Besuchern hier, im Gegensatz zur Startseite des Onlineshops, keine Angaben zu Versandkosten, aktuelle Aktionen und Rabatte präsentiert. Diese wiederum vermissen solche Informationen und springen womöglich wieder ab, bevor sie Kunden werden.

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